PREDIGT vom 10.So.n.Trinitatis

Shownotes

Liebe Zuhörerin, lieber Zuhörer,
heute denken wir über das Verhältnis zwischen uns Christinnen und Christen mit Gottes Volk Israel nach. Wir feiern wie jedes Jahr den sogenannten ‚Israelsonntag‘.
Die Frage, wie wir Christinnen und Christen zu unseren jüdischen Glaubensgeschwistern stehen ist unverändert brisant.
Die politische Lage ist nach wie vor undurchsichtig, und vor allem emotional aufgeladen. Zuviel Leid, Not und Gewalt geschehen auf allen Seiten der Konflikte.
All das macht mich traurig und auch wütend. Ich will nicht vorschnell urteilen, merke, dass die Situation verfahren und undurchsichtig, äußerst bedacht betrachtet werden sollte. Gott gebe uns Weisheit. Möge seine Liebe über Hass regieren!
Nichts aber ändert die Tatsache, dass unser Gott einen Bund mit Israel eingegangen ist und dass wir Christinnen und Christen uns immer bewusst sein sollten, dass wir eine geschwisterliche Verbindung zu Israel haben.
Daher ist es wichtig, dass wir uns erinnern: Im Alten Testament wird uns Israel zum älteren Bruder, zur älteren Schwester. Wir stellen fest, ihr Weg mit Gott und ihre Beziehung zu Gott waren zumindest größtenteils durchwachsen – und staunen umso mehr über Gottes Geduld, Barmherzigkeit und Liebe zu uns (=allen!) Menschen.
Tatsächlich gibt es unsere, christliche Verbindung zu Gott nur, weil es die Verbindung Gottes mit Israel gibt.
Bleib behütet, Pfarrerin Esther Eder

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00:01:03: Das ist ein Brief des Apostel Paulus

00:01:06: an die Christengemeinde

00:01:08: in Rom, Kapitel elf, die Ferse, fünfundzwanzig

00:01:13: bis

00:01:13: zwunddreißig.

00:01:15: Gottes Gnade steht allen Menschen

00:01:18: offen!

00:01:20: Ihr sollt dieses Geheimnis verstehen liebe Freunde damit ihr

00:01:25: euch nichts

00:01:27: auf eure Klugheit einbildet.

00:01:30: das Herz

00:01:31: mancher

00:01:32: Juden ist verschlossen Doch das wird nur so lange anhalten, bis die von Gott bestimmte Anzahl von Menschen aus den anderen Völkern zu Christus gefunden hat.

00:01:49: Dann wird ganz Israel gerettet werden.

00:01:53: wie es schon bei den Propheten geschrieben steht ein Retter wird aus Jerusalem kommen und er wird Israel von aller Gottlosigkeit befreien.

00:02:08: Dann

00:02:09: werde ich einen Bund mit Ihnen schließen, wenn Ich Ihre Sünden wegnehmen werde.

00:02:17: Viele Juden sind jetzt zwar Feinde der guten Botschaft – durch das geschah für euch!

00:02:26: Aber aufgrund der Zusagen an Abraham, Isaac und Jakob Sind Sie nach wie vor Gottes erwähltes Volk?

00:02:37: Denn die Gaben, die Gott gibt

00:02:39: und die Berufung,

00:02:41: die er ausspricht bereut er nicht.

00:02:45: Und sie gelten für immer!

00:02:48: Früher habt ihr Gott nicht gehorcht, doch wegen des ungehorsamster Juden war Gott stattdessen euch jetzt

00:02:58: gnädig.".

00:03:00: So sind es jetzt die Juden, die Gott ungehorsam sind, weil er euch

00:03:04: gegenüberknetig ist.

00:03:06: Aber eines Tages werden

00:03:09: auch sie

00:03:10: an Gottes Gnade teilhaben!

00:03:13: Denn Gott hat alle Menschen ihrem eigenen Ungehorsamm ausgeliefert um allen

00:03:22: seine

00:03:23: Gnaden zu schenken.

00:03:28: Lass strahlen Dein erlösend helles Licht, weil Deine treue Liebe niemals bricht.

00:03:35: Der Retter

00:03:36: wird aus Zion bald erstehen und Dein ganzes Volk wird Gnade vor Dir sehen.

00:03:44: Amen!

00:03:54: Die Gnede unseres Herrn Jesu Christi – die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.

00:04:05: Amen.

00:04:08: heute möchte ich einmal mit der Kernaussage beginnen.

00:04:13: Dann ist das Spannungsbogen, der predigt zwar im Eimer aber manchmal muss man die Kernausage in aller Deutlichkeit an den Beginn stellen – es ist nötig und wichtig!

00:04:25: Und Spannung haben wir mit dem Thema heute sowieso genug.

00:04:31: also Wir Christinnen und Christen glauben an einen internationalen Gott.

00:04:40: Unsere Geschichte ist ganz eng mit der Geschichte des Volkes Israel verbunden, ob uns das jetzt geschichtlich passt oder nicht.

00:04:50: Israel ist Gott nicht näher als wir weil es irgendwas Besonderes gemacht hat sondern weil es Gott ja unser Gott erwählt hat.

00:05:03: und zwar hat Gott Israel erwählt damit alle Menschen mit ihm wieder Gemeinschaft haben können Also auch gerade wir.

00:05:15: Merkt ihr, das ist ein Kreislauf und deswegen ist Gott nicht ohne Israel zu denken – ohne die Juden?

00:05:24: Weil Jesus selbst Jude war!

00:05:26: Weil Gott Israel erwählt hat um uns alle wieder in die Gemeinschaft zu bringen.

00:05:36: Deswegen ist das Thema so wichtig.

00:05:39: aber wollen wir unsere jüngere Geschichte anschauen?

00:05:42: weil wir so nur denken können als Christinnen und Christen, als Geschwister, als Kinder eines Gottes.

00:05:53: So jetzt aber zum Predigtext.

00:05:57: der verstärkt nämlich dieses Eingangsplädoyer.

00:06:02: Paulus selbst ein Jesus-gläubiger Jude erinnert uns in diesem Predigtxt von heute ganz entschieden daran.

00:06:13: In drei Kapiteln des Römerbriefes, also Kapitel neun bis elf beschäftigt

00:06:19: sich

00:06:19: Paulus ausführlich mit dem Verhältnis zwischen Juden und Christen.

00:06:26: Zwischen Israel und Kirche.

00:06:29: Also es war immer schon präsent, zweitausend Jahre schon!

00:06:36: Und Paulus selbst leidet wohl am meisten darunter dass nicht alle seine Schwestern und Brüder an Jesus glauben.

00:06:47: Wir lesen da, ich sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht dass sich große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlass im meinem Herzen habe.

00:06:55: Ich selber wünschte verflucht und von Christus getrennt zu sein für meine Brüder Die meine Stammes genossen sind nach dem Fleisch Die Juden sind Von denen Christus herkommt Nach dem Fleisch.

00:07:07: Wenn ich sie doch für den Herrn gewinnen könnte So schreibt er im Römerbrief So beginnt er seine drei Kapitel, wo er ringt um die Liebe von Gott.

00:07:24: Von seinem Volk aller Christinnen und Christen diese Spannung.

00:07:29: Er versucht sie auszuhalten und zu mahnen.

00:07:36: Wer das ganze dieser drei Kapiteln in einem Zug liest und vielleicht möchte dass ja heute dann im Anschluss oder in der nächsten Andacht jemand möchten Römer noch jemand tun, also Rümer neun bis elf, der merkt wie Paulus sehr an sich selbst leidet.

00:07:54: Wie sie im Innersten trifft das Juden und Christen unterschiedlicher Wege gehen.

00:08:00: Das haben wir ja gerade am Scheide weg geschichtlich gesehen und es trifft ihnen vor allem auch dass die Christinnen in Rom und anderswo jetzt ganz überheblich werden.

00:08:15: Wir haben die Wahrheit, Gott ist jetzt nur mehr mit uns.

00:08:19: Gott hat Israel verlassen, weil sie Jesus das All als Ihren Herrn nicht anerkennen und des Heilis von den Juden auf uns Christen übergegangen und die Kirche hat die Synagoge abgelöst und

00:08:32: beerbt.".

00:08:35: Und der Paulus schreit auf, nein!

00:08:38: Das is'n nicht so – ganz im Gegenteil.

00:08:42: und dann wirft er mit Wörter

00:08:43: um sich,

00:08:44: Kindschaft, Herrlichkeit, Bund, Gesetz, Gottesdienst, Verheißungen.

00:08:49: All das bleibt bei den Juden!

00:08:54: Das alles wird durch Jesus nicht ausradiert sondern bleibt eigentlich ganz anders.

00:09:03: es wird nur wieder aufgemacht und ausgeweitet.

00:09:07: Das ist die Gnade wo wir auch dazukommen dürfen.

00:09:13: Es besteht also für uns Christinnen und Christen absolut kein Grund, überheblich zu meinen.

00:09:18: mit uns fängt alles jetzt neu an.

00:09:23: Und jetzt erst richtig!

00:09:25: Wir machen genauso viel falsch wie im ganz neuten Testament des Volk.

00:09:30: Israel war nicht noch mehr egal wer jetzt wir sind ob das jetzt ist oder in der Geschichte wir Menschen sind sehr oft am Holzweg der trotzdem zu uns steht.

00:09:50: Die Geschichte hat also schon fast zweitausend Jahre vor Jesus angefangen, mit Mosantum und Fäten – in dieser Tradition steht Jesus!

00:10:03: Unser Jesus!

00:10:07: Direkt von unserem heutigen Predigtext steht am Ende eines langen Gedankenweges das berühmte Ohlbaumgleichnis.

00:10:19: Aussage nicht du?

00:10:21: Christian trägst die Wurzel, sondern die Wurst Israel trägt

00:10:26: dich.

00:10:29: Dabei macht er Paulus unüberhörbar deutlich wie Judendom und Christendom, Israel und Kirche untremd bar

00:10:37: verbunden

00:10:38: sind und dass dabei Israel die Priorität

00:10:43: zukommt.".

00:10:45: Und Paulus spricht jetzt von einem Geheimnis ganz bewusst.

00:10:52: Es ist ein Geheimnis des Juden und Christen, ob ihnen das jetzt lieb ist oder nicht.

00:10:58: Ob sie es leugnen oder bejahen untrennbar miteinander verbunden

00:11:01: sind.

00:11:04: Geheimness bedeutet in dem Fall nicht dass es etwas ist, das nur wenige wissen sondern Geheimnes bedeutet in diesem fall Dass es etwas isst, dass wir nur durch Gottes Brille was uns geschenkt ist begreifen können etwas, das wir nicht ausrechnen und logisch denken können.

00:11:28: Sondern dass Gott schenkt ein Geheimnis eben!

00:11:35: Wenn Paulus von einem Geheimni spricht ist es deswegen weil er vom Geheimniss Gottes spricht der allen Menschen wirklich allen Christen und Juden und sicher auch allen anderen knedig gesonnen ist.

00:11:49: Dass er alle Menschen ohne Ansehen der Person in gleicher Weise achtet und schätzt, also einfach liebt.

00:11:59: Wir müssen nichts tun!

00:12:01: Das ist der internationale Gott – Gott, der uns liebt, egal wie wir es sind, weil er uns gemacht hat.

00:12:12: Und aus dieser Liebe können wir nicht fallen.

00:12:15: Wir können aber nur so viel anstellen.

00:12:18: Es bedeutet nicht dass alles was Israel jetzt tut oder was wir tun immer richtig ist Aber die Menschenwürde, die uns Gott gibt, bleibt.

00:12:33: Und es ist jetzt auch unser Auftrag als Christinnen und Christen immer wieder auf diese Würde hinzuweisen.

00:12:39: Deswegen ist dieser Spannung Sonntag so wichtig!

00:12:43: Weil's egal ist welche Nation, welche Geschichte – Gott liebt uns alle.

00:12:51: Alle Menschen haben Würde durch ihn und sind wertvoll, unendlich wertvoll ist unser Menschenleben.

00:12:59: Und deswegen heißt es, dass wir uns dafür einsetzen müssen im Umgang miteinander und das ist vielleicht jetzt die Hausipung für uns.

00:13:12: Dass wir uns einmal fragen ganz persönlich in klein oder großem wo handeln wir da gegen Gottes Willen?

00:13:24: Oder denken wir gegen Gottes?

00:13:25: Wildnis beginnt dem Denken gegen eine Bevölkerungsgruppe, gegen eine soziale Schicht.

00:13:32: Gegen jemanden in unserer Familie und unserem Umkreis den wir am liebsten entgeschwistern wollen würden.

00:13:44: Aber er hat die Würde durch Gott Und wir dürfen lernen das wieder zu akzeptieren.

00:13:51: Das heißt nicht dass wir uns nicht ermahnen dürfen gegenseitig Dass wir nicht wo dagegen sein dürfen.

00:14:00: aber es heißt dass wir diese Würde niemanden nehmen, niemanden im Kleinen wie im Großen.

00:14:08: Dafür müssen wir einstehen gerade in dieser Welt, in dieser Zeit.

00:14:14: Konkret dürfen wir Christinnen und Christen also staunen über unseren internationalen und großen und großzügigen Gott!

00:14:24: Wir dürfen dankbar sein und wir dürfen uns ins Bewusstsein rufen, dass Jüdinnen und Juden unsere Geschwister sind.

00:14:32: Das bedeutet nicht, dass wir alles gut heißen müssen was politisch passiert und geschieht.

00:14:39: Wir dürfen ja sollen kritisch sein die Würde aller Menschen hochhalten und einfordern aber wir dürfen uns auch auf keinen Fall gegen oder über unsere Geschwister stellen denn wir haben einen Gott der uns liebt und vor dem wir dann Rechenschaft ablegen müssen Denn Gott hat Alle, alle auch uns Christinnen und Christen.

00:15:03: Auch alle Nicht-Christen.

00:15:04: Alle eingeschlossen in den ungehorsamen damiter sich aller der Juden, der Christen oder nicht Christen, aller

00:15:12: Erbarme.".

00:15:14: So Paulus!

00:15:17: Dass wir das endlich im Umgang miteinander begreifen, in Herz und Seele aufnehmen und danach handeln – im Großen wie im Kleinen – des Geheimnis gelungenem Lebens hängt davon ab Das Geheimnis des Glaubens, das Geheimniß des Friedens miteinander und untereinander.

00:15:40: Gott selbst lehre uns die nötige Demut, schenke uns seine versöhnende Liebe und auch das Selbstbewusstsein, dass auch wir Töchter und Söhne dieses internationalen Gottes sein dürfen.

00:16:01: Er hat uns alle lieb!

00:16:06: Amen.

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